Stadt Siegen Informationen für Grundstückseigentümer

 

Was sind Grundleitungen und Anschlusskanäle?

Grundleitungen sind im Erdreich oder in der Grundplatte unzugänglich verlegte Leitungen, die das Abwasser (Schmutzwasser und Regenwasser) dem Anschlusskanal zuführen. Anschlusskanäle sind die Kanäle zwischen dem öffentlichen Abwasserkanal und der Grundstücksgrenze bzw.. dem ersten Revisionsschacht auf dem Grundstück. In der Abwassersatzung der Stadt Siegen ist geregelt, dass der Anschlussnehmer/ Grundstückseigentümer nicht nur für die Abwasseranlagen auf seinem Grundstück, sondern auch für die Wartung des Abwasserkanals von der Grundstückgrenze bis zum öffentlichen Abwasserkanal verantwortlich ist. Bauarbeiten am Anschlusskanal im Bereich der öffentlichen Verkehrsfläche führt die Stadt beziehungsweise der Entsorgungsbetrieb der Stadt Siegen (ESi) auf Kosten des Anschlussnehmers aus. Abwasserleitungen und Kanäle müssen dauerhaft funktionssicher und dicht sein. Wann ist eine Dichtheitsprüfung durchzuführen? Die Pflicht zur Dichtheitsprüfung entsteht nach § 45 Absatz 4 BauO NRW beim Neubau oder der änderung von Abwasserleitungen. Hier muss die Prüfung sofort und im Zusammenhang mit der Baumaßnahme erfolgen. Eine änderung ist zum Beispiel gegeben, wenn die Abwasserleitungen auf dem Grundstück erweitert oder Rohre und Dichtungen ausgetauscht werden. Bei einer änderung erstreckt sich die Prüfpflicht nicht nur auf den Bereich der änderung, sondern auch auf alle damit in Verbindung stehenden Grundleitungen.

Bei allen anderen bestehenden Abwasserleitungen muss die erste Dichtheitsprüfung spätestens bis zum 31.12.2015 durchgeführt worden sein.

Bei Grundstücken in Wasserschutzgebieten (in Siegen nicht relevant) gelten verkürzte Fristen bis zum 31.12.2005. Wer darf die Dichtheitsprüfung durchführen? Die Inspektion und Prüfung der Leitungen darf nur von Sachkundigen durchgeführt werden. Als Sachkundige kommen Ingenieure und Handwerker entsprechender Fachrichtungen mit mindestens fünfjähriger Berufserfahrung in dieser Fachrichtung in Betracht sowie Unternehmer, die Bescheinigungen nach § 66 Satz 2 BauO NRW ausstellen, wonach die Abwasserleitungen den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen. Was ist bei undichten Hausanschlüssen zu tun? Undichte Hausanschlüsse müssen saniert werden. Das anzuwendende Sanierungsverfahren ist abhängig von den festgestellten Schäden und der Zugänglichkeit des Hausanschlusses. Heute ist in vielen Fällen eine Sanierung ohne Aufgraben der Leitung unterirdisch bzw. von innen möglich. Damit kann die Bauzeit und die Beeinträchtigungen erheblich verkürzt werden. So können Einzelschäden durch Injektionsverfahren oder durch abschnittsweises Auskleiden der Rohre (Inliner) von innen repariert und abgedichtet werden. Hierbei werden die Auskleidungendurch eine Revisionsöffnung am Haus in die Leitung eingezogen bzw. eingestülpt und so die Leitung renoviert. Bei umfangreichen Schäden, Unzugänglichkeit oder fehlender Revisionsöffnung muss jedoch die komplette Leitung in geschlossener oder offener Bauweise erneuert werden. Unzugängliche Leitungen sind möglichst durch zugängliche Leitungen zu ersetzen (zum Beispielunter der Kellerdecke oder an der Kelleraußenwand entlang).

Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer sind nach den abwasserrechtlichen Bestimmungen verpflichtet, bei einer Dichtheitsprüfung festgestellte Mängel und Schäden zu beheben bzw. beheben zu lassen und die entstehenden Kosten zu tragen. Aber auch Fehleinleitungen und der Anschluss von Drainagen an das Kanalnetz sind Mängel, die zu beheben sind. Es wird empfohlen, die Grundstücksentwässerung auch unter diesem Gesichtspunkt überprüfen zu lassen, um zu vermeiden, dass erneut saniert werden muss, wenn solche Mängel später festgestellt werden. InformationsbroschüreWeitergehende Informationen erhalten Sie Hier :

Stadt Siegen

Abteilung Umwelt

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Telefon: (0271) 404-3448 / 404-3214Telefax: (0271) 404-2739

E-Mail: h_ermert@siegen.de

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