Die neue HOAI kommt

 

Deshalb muss eine seitens der zuständigen Bundesministerien inhaltlich besser vorbereitete weitere Novelierung das Ziel sein. Gleichwohl wird die nun auf den Weg gebrachte HOAI für die Vertragspartner die verbindliche Grundlage zur Honorierung der erforderlichen Leistungen in den nächsten Jahren sein. Insgesamt kann der Berufsstand trotz aller Schwachstellen der neuen HOAI froh sein, dass es durch intensive Beemühungen der Verbände gelang, eine europataugliche HOAI in diesem Jahr zu erringen. Mit Blick auf die europäische Dienstleistungsrichtlinie war dieses elementar wichtig. Mit der neuen HOAI wird als positiver Aspekt eine Erhöhung der Honorare um 10% verbunden sein. Die Vertragspartner müssen sich indessen auf eine in wesentlichen Punkten veränderte Situation vorbereiten. Solche sind zum Beispiel:Honorarermittlung für alle Grundleistungen grundsätzlich auf Basis der Kostenberechnung. Die Kostenfeststellung ist nicht mehr Gegenstand der HOAI.Zeithonorare können fortan hinsichtlich der Verrechnungssätze frei vereinbart werden. Es werden keine Stundensätze mehr verordnet sein, was den meisten Büros sehr entgegenkommen wird. Die betriebswirtschaftlich erforderlichen Verrechnungssätze liegen in der Regel längst über den bisherigen Obergrenzen. Die Situation bei den möglichen Zuschlägen hat sich ebenfalls erheblich verändert.Die Leistungen der örtlichen Bauüberwachung sind aus dem verbindlich geregelten Teil der HOAI herausgenommen worden. Diese Leistungen sind künftig als Besondere Leistungen definiert und das Honorar somit frei verfügbar. Mit diesen änderungen sind Chancen und Risiken für die Vertragspartner verbunden. Die Kreativität und überzeugungskraft der beratenden Ingenieure wird gefordert sein, um keine nachteiligen Regelungen im Einzelfall erleben zu müssen. Unzweifelhaft wird die Eigenverantwortlichkeit der Auftragnehmer und Auftraggeber erhöht, da nun sachgerechte Honorrierlösungen für eine Reihe von Sachverhalten vertraglich individuell geregelt werden müssen.

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