Achtung: Mietnomaden

 

Zitat: Dr. Horst Ein Zahlungs- und Räumungsrechtsstreit wird bereits erstinstanzlich zeit- und kostenaufwendig geführt. Gerne wird mit Versäumnisurteilen und dagegen eingelegten Einsprüchen gearbeitet. Mit zulässigen Vollstreckungsschutzanträgen kommt schon in der ersten Instanz eine Verfahrensdauer von gut 18 Monaten bis zum Erlass eines Zahlungs- und Räumungstitels zustande. Danach ziehen Mietnomaden bei Nacht und Nebel aus und suchen sich das nächste Opfer. Neben ausgebliebenen Mieten, Gerichtsgebühren und Anwaltskosten zeigen sich die Wohnungen oftmals in unsäglich verwahrlostem und vermülltem Zustand. Sehr häufig sind auch Vandalismusschäden. Die Schadenslast kann dann leicht 30.000 Euro und mehr erreichen. Dies führt gerade für Vermieter zum Ruin, die auf Mieteinnahmen angewiesen sind, um Hypothekenkredite daraus zu bedienen.

Neben zivilrechtlichen Schritten sollte umgehend Strafanzeige und Strafantrag aus jedem Rechtsgrund gestellt werden, um auf diese Weise ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren einzuleiten. Dies lässt sich einmal mit einem Betrugsvorwurf motivieren, der darin liegt, dass der Mietvertrag bereits in der Absicht abgeschlossen wurde, den Vermieter wirtschaftlich zu schädigen (§ 263 StGB). Wegen der Verletzung des vorab geltend zu machenden Vermieterpfandrechts liegt im Auszug bei Nacht und Nebel auch eine strafbare Pfandkehr (§ 289 StGB). Die Strafverfolgungsbehörden sind zurzeit noch geneigt, die Verfahren nach §§ 153 ff StPO wegen Geringfügigkeit einzustellen. Hier kann auf ein Vorgehen nach § 153 a StPO hingewirkt werden, das Verfahren bei Erfüllung von Auflagen und Weisungen zur Wiedergutmachung des durch die Tat verursachten Schadens durch eine Geldleistung an den Geschädigten einzustellen (§ 153 a Abs. 1 Nr. 1 StPO). Der Vermieter würde in diesem Fall die Geldbuße bis zur vollen Höhe seiner Mietforderungen erhalten. Durch das Zwischenschalten der Strafverfolgungsbehörden kann der neue Aufenthalt des Mietschuldners auch leichter ermittelt werden, so dass der zivilrechtliche Rechtsweg ebenfalls leichter beschritten werden kann.

Einsparungen bei der Justiz führen aber häufig dazu, dass sich die Vermieter von den Staatsanwaltschaften wenig Hilfe erwarten. Deshalb ist von einer hohen Dunkelziffer bei den Fällen von Mietnomadentum auszugehen. Lediglich die Zahl der polizeilich erfassten Fälle von Mietnomadentum sinkt. Das bildet aber nicht die Realität ab. Es wird höchste Zeit, dass den Mietnomaden durch entsprechende gesetzliche änderungen das Handwerk gelegt wird.Bis der Gesetzgeber handelt, ist Vorbeugung also das erste Gebot der Stunde. Schon bei der Vertragsverhandlung ist entscheidend, dass man weiß mit wem man wirklich am Tisch sitzt und wie solvent der Wohnungsinteressent ist. Deshalb ist es unabdingbar, sich den Personalausweis zeigen zu lassen und sich die Ausweisdaten zu sichern. Unabdingbar sind ebenfalls eine aktuelle Gehaltsbescheinigung des Arbeitsgebers sowie eine Schufa-Eigenauskunft. Haus und Grund Niedersachsen bietet darüber hinaus einen Solvenz-Check in Zusammenarbeit der Infoscore Consumer Data GmbH, Baden-Baden, an. In Mode kommt auch immer mehr eine Mietschulden-freiheitsbescheinigung des Vorvermieters. Unverzichtbar ist es, nur gegen Kaution zu vermieten. Auch eine angespannte Wohnungsmarktsituation oder ein bestehender eigener wirtschaftlicher Druck, möglichst schnell vermieten zu müssen, sollte den Vermieter davon nicht abrücken lassen.

Sobald sich erste Probleme zeigen, muss sofort und ohne jedes Zögern professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Jeder Tag, den Sie bis zur konsequenten Verfolgung Ihrer Forderungen abwarten, kostet Ihr Geld und erhöht Ihren Schaden. Zitat EndeSollten Sie sich als Vermieter an diese Ratschläge hallten, sind Sie auf einem Guten Weg. Aber es gibt viele Tausend Hausbesitzer die auf Mietnomaden hereingefallen sind und Heute alleine dastehen.

Wir möchten gerne Ihre Erfahrungen, Erlebnisse mit Mietnomaden Online stellen. Sie können uns Ihre Erlebnisse hier mitteilen oder im gebäude – wirtschaft forum. Nennen Sie uns Namen und Aktenzeichen der Gerichte. Damit wir auf Anfrage anderen Vermietern kostenlos helfen können.

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